News Umbau KesselMit der Umrüstung des Heizkraftwerks Zentrum in der Rathenaustraße stellt die Stadtwerke Hennigsdorf GmbH (SWH) jetzt einen weiteren ihrer fünf Standorte auf eine moderne und umweltfreundlichere Wärmeerzeugung um. Die drei bislang mit Anthrazit (Steinkohle) betriebenen Kessel des Heizwerks werden demontiert und durch einen erheblich effizienter arbeitenden Kessel ersetzt, der mit Erdgas betrieben wird. Zwei darüber hinaus vorhandene Kessel, die bislang auch schon mit Erdgas beheizt werden konnten, erhalten eine komplett neue Feuerung und Automatisierung. Gegenwärtig erfolgen bauvorbereitende Abrissarbeiten. Für die Umbaumaßnahme selbst läuft das behördliche Genehmigungsverfahren. In die Umbauarbeiten, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen, investieren die Stadtwerke rund 1,5 Millionen Euro. Die jährliche CO2-Emission des Heizkraftwerks Zentrum von bislang knapp 2.100 Tonnen wird trotz gleichbleibender Wärmeproduktion nahezu halbiert (alt: ca. 2.095,6 t/a, neu: ca. 1.082,8 t/a).

SWH-Geschäftsführer Thomas Bethke sieht die Umrüstung als einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung der Klimaschutz-Strategie, die im Frühjahr vorigen Jahres von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden ist. „Als kommunales Unternehmen sehen wir uns auch künftig in der Verantwortung, die Herausforderungen beherzt anzupacken“, sagt er. „Neben der Gewährleistung einer stabilen Wärmeversorgung für die Stadt und der Senkung der CO2-Belastung verringern wir mit der Umrüstung zugleich eine Reihe anderer Umweltbelastungen“, betont Bethke. So reduzierten sich künftig auch der Ausstoß an

- Stickstoffoxid um 78 Prozent
- Kohlenmonoxid um 66 Prozent
- Staub um 90 Prozent
- Schwefeloxid sogar um 99 Prozent

Die neue Anlage bietet einen größeren Wirkungsgrad. Ein kleinerer Kessel und die neuen Brenner können zudem besser an einen schwankenden Wärmebedarf angepasst und dadurch Gaskosten eingespart werden. Der sogenannte Kesselwirkungsgrad der drei stillgelegten Anthrazitkessel liegt bei knapp 87 Prozent, mit der neuen Anlage dagegen wird ein Kesselwirkungsgrad von rund 96 Prozent erreicht. Zudem ist der Instandhaltungsbedarf für die neue Anlage erheblich geringer.

Nach einer Nutzungsdauer von rund 24 Jahren ist die bisherige, mit Anthrazit befeuerte Anlage im Heizwerk Zentrum weitgehend verschlissen. Zudem entspricht sie zukünftig nicht mehr den deutlich schärferen Umweltgrenzwerten für Schadstoffausstoß und Lärmbelastung. Für einen weiteren Betrieb müssten u. a. Filteranlagen in erheblichem Umfang nachgerüstet werden. Das Heizwerk Zentrum wurde 1964/65 errichtet und zunächst mit Rohbraunkohlekesseln betrieben. 1992 erfolgte die Umstellung von Dampf- auf Heißwassererzeugung sowie von Rohbraunkohle auf Heizöl- und Anthrazitbefeuerung. Zwei Jahre später ist das Heizwerk um eine Blockheizkraftwerk-Anlage erweitert worden, die auf Erdgasbasis arbeitet.