Mit dem Bau eines Wärmespeichers auf dem Gelände des Heizhauses Zentrum in der Rathenaustraße schaffen die Stadtwerke Hennigsdorf jetzt eine Musterlösung für die intelligente Nutzung von sogenanntem Überschuss-Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Das Vorhaben wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts WindNODE umgesetzt.

Ziel von WindNODE sei es, große Mengen erneuerbaren Stroms in das Energiesystem zu integrieren und die Stromnetze stabil zu halten, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bethke am Mittwoch (28.08.) bei einem Vor-Ort-Termin. Der neue, rund 1.000 Kubikmeter fassende Wärmespeicher soll zu Beginn des zweiten Ouartals 2020 in Betrieb genommen werden. Er werde als Netzpuffer eingesetzt und soll perspektivisch um eine Power to Heat-Anlage ergänzt werden. „Dabei wird überschüssige Elektroenergie aus regenerativen Quellen – zum Beispiel von großen Offshore-Windkraftanlagen – in Wärme umgewandelt und gespeichert“, erläuterte Bethke. Das elektrisch erhitzte und im Wärmespei-cher „geparkte“ Wasser könne so nach Bedarf sukzessive in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist werden.

Der Speicher mit einer Höhe von rund 18 Metern und einem Durchmesser von etwa 10 Metern entsteht hinter dem Heizwerk Zentrum in Richtung Bahndamm. Der Bau der Anlage kann im Online-Angebot (www.swh-online.de) der Stadtwerke über eine Webcam verfolgt werden. Fachinteressierte Besucher und Besucherinnen haben darüber hinaus die Möglichkeit, am 12.09. und 14.11. dieses Jahres, jeweils in der Zeit von 18.00 bis 19.30 Uhr, die Baustelle im Rahmen einer Informationsveranstaltung* zu be-sichtigen. Folgetermine für 2020 sind in Planung. Des Weiteren sollen sich künftig auch Hennigsdor-fer*innen im Bürgeramt des Hennigsdorfer Rathauses über eine digitale Präsentationsplattform zum Pro-jekt informieren können.

„Die Errichtung des Netzpuffer-Speichers am Standort Zentrum ist eine modellhafte Lösung, die auch bundesweit von Bedeutung ist“, äußerte Bürgermeister Thomas Günther. Die Stadt profiliere sich damit über die Landesgrenzen hinaus als engagierter Schrittmacher der Energiewende. „Auch deshalb meine ich, dass wir unsere Verantwortung für den Klimaschutz nicht dadurch deutlich machen müssen, dass wir den Notstand ausrufen“, betonte der Bürgermeister.

Mit dem Projekt „Wärmedrehscheibe“ wollen die Stadtwerke die Fernwärmeversorgung der Stadt in den nächsten fünf Jahren zu rund 80 Prozent klimaneutral absichern.

In konsequenter Fortsetzung dieser Strategie gibt es bereits ein Maßnahmenkonzept zur Erreichung einer zu 100 Prozent klimaneutralen Fernwärmeproduktion. Gegenwärtig beträgt der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung rund 54 Prozent, was im bundesweiten Vergleich bereits einen beispielgebenden Wert darstellt.

Neben der Nutzung industrieller Abwärme aus dem Hennigsdorfer Stahlwerk und der
Erweiterung von Wärmespeicherkapazitäten wie jetzt am Heizwerk Zentrum ist im Rahmen
des Projekts „Wärmedrehscheibe“ auch die Errichtung von zwei thermischen Solarkollektor-Anlagen mit
Kollektorflächen von 3.000 und ca. 20.000 Quadratmetern geplant.

*Die Informationsveranstaltung findet ab fünf Teilnehmer*innen statt und ist bis auf 20 Teilnehmende begrenzt. Um eine fristgerechte Anmeldung unter der E-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.


Hintergrundinformationen zum Projekt WindNODE:

Das Projekt WindNODE an dem sich insgesamt mehr als 70 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie von Thüringen bis Mecklenburg-Vorpommern beteiligen, erforscht Lösungsansätze zur Sys-temintegration der erneuerbaren Energien. Durch den Einsatz von Speichertechnologien und eine flexib-le Steuerung von Stromverbrauch soll ermöglicht werden, den Netzausbau möglichst gering zu halten und trotzdem einen weiter steigenden Teil von erneuerbaren Energien ins Versorgungssystem zu integ-rieren. In Brandenburg werden im Rahmen des Verbundprojektes WindNODE insgesamt sechs Projekte, darunter das Teilvorhaben Power-to-Heat (PtH) in der Fernwärmeversorgung zu Lastenflexibilisierung im Stromnetz durchgeführt. WindNODE ist Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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