CO2 TeaserMit Beginn des nächsten Jahres müssen die Stadtwerke Hennigsdorf ihre Preiskalkulation für die Lieferung von Fernwärme anpassen. Der Grundpreis wird auf 147,86 EUR/ kW p.a. (175,95 EUR/ kW p. a. brutto) angehoben. Gleichzeitig verringert sich der Arbeitspreis auf 4,395 Ct/ kWh (5,23 Ct/ kWh brutto). In der Summe erhöhen sich die Fernwärmekosten zum 1. Januar 2020 durchschnittlich um etwa 13 Prozent. Für eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung mit einer Größe von ca. 60 Quadratmetern und einem durchschnittlichen Fernwärmeverbrauch bedeutet das: Die Mehrkosten liegen bei monatlich etwa zehn Euro.

Neben den sich ständig verändernden energiepolitischen Rahmenbedingungen reagieren die Stadtwerke mit der angepassten Preiskalkulation vor allem auf die dringend notwendigen Ersatzinvestitionen in die technische Infrastruktur. Viele der nach jahrzehntelanger Nutzung verschlissenen Anlagen wurden in den vergangenen Jahre durch zukunftssichere und klimaneutrale Technik ersetzt. So wurde beispielsweise im Jahr 2017 die Umrüstung des Heizhauses Zentrum von Kohle- auf Erdgasfeuerung abgeschlossen. Von 2008 bis 2018 wurden rund 36 Mio. Euro in die technische Modernisierung der Wärmeerzeugung investiert. Mit dem derzeit laufenden Projekt „Wärmedrehscheibe“ werden sich die Investitionen bis Ende 2022 auf insgesamt 58 Mio. Euro belaufen. Damit setzen die Stadtwerke Hennigsdorf konsequent die von der Stadt beschlossene Klimaschutzstrategie, fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl schrittweise durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen, um.

Durch die kontinuierlichen Investitionen konnte der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid in Hennigsdorf bislang um rund 30.000 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Nach der Umsetzung des Investitionsvorhabens „Wärmedrehscheibe“ wird die Kohlendioxideinsparung sogar 37.000 Tonnen jährlich betragen. Weitere Beispiele für die umweltfreundliche Entwicklung der Fernwärmeversorgung sind u. a. das Ende der Kohlefeuerung im Mai dieses Jahres, der laufende Ausbau der Wärmespeicherkapazitäten sowie die vorgesehene Abwärmenutzung aus dem Stahlwerk.

Die kontinuierliche Senkung des CO2-Ausstoßes ist nicht nur für den Klima- und Umweltschutz von großer Bedeutung. Langfristig wird sie sich auch auf die künftige Entwicklung des Fernwärmepreises positiv und stabilisierend auswirken. Die jetzt von der Bundesregierung beschlossene Besteuerung des CO2-Ausstoßes macht deutlich, wie sinnvoll es ist, vorausschauend und frühzeitig in klimaneutrale Technologien zu investieren.


Hintergrundinformation:
Der Grundpreis ist ein verbrauchsunabhängiges Entgelt und berücksichtigt alle fixen Kosten, die im Zusammenhang mit der Fernwärmeerzeugung entstehen. Dazu gehören zum Beispiel die Ausgaben für die Bereitstellung und Instandhaltung des Leitungsnetzes, den Betrieb von Hausanschlüssen, die Unterhaltung von Gebäuden, aber auch für Lohnkosten und notwendige Investitionen. Der Arbeitspreis ist dagegen verbrauchsabhängig und wird auf die gelieferte Wärmemenge angewendet. Je nach Verbrauchsverhalten kann dieser Preisbestandteil also variieren.