Nach einer Bauzeit von rund sechs Monaten ist der neue Netzpufferspeicher am Heizwerk Zentrum jetzt bereit für die technische Abnahme und den anschließenden Probebetrieb. Der rund 1.000 Kubikmeter fassende Wärmespeicher soll im 2. Quartal dieses Jahres seinen  Betrieb aufnehmen. Der Kessel ist gut 18 Meter hoch und hat einen Durchmesser von etwa zehn Metern. Er ist aus Stahl gefertigt und wiegt zirka 100 Tonnen – befüllt sogar gut 1.100 Tonnen. In die Errichtung des Netzpufferspeichers haben die Stadtwerke bislang rund 1,6 Mio. Euro investiert. Das Vorhaben wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts WindNODE umgesetzt. Der Netzpufferspeicher ist der fünfte Wärmespeicher, den die Stadtwerke seit 1998 in das Fernwärmenetz einbinden.

„Mit dem Bau dieses Netzpufferspeichers schaffen wir eine beispielhafte Möglichkeit zur flexiblen Nutzung von sogenanntem Überschuss-Strom aus erneuerbaren Energiequellen“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Hennigsdorf (SWH), Thomas Bethke, heute (26.02.) bei einem Vor-Ort-Termin. Ziel sei es, möglichst große Mengen erneuerbaren Stroms in das Energiesystem zu integrieren und die Stromnetze stabil zu halten. Nach Auskunft von Bethke soll der Wärmespeicher perspektivisch um eine Power-to-heat-Anlage ergänzt werden. „Dabei wird überschüssige Elektroenergie aus regenerativen Quellen – zum Beispiel von großen Offshore-Windkraftanlagen – in Wärme umgewandelt und gespeichert“, erläuterte der SWH-Geschäftsführer. Das elektrisch erhitzte und im Wärmespeicher „geparkte“ Wasser könne so nach Bedarf sukzessive in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist werden.

Bürgermeister Thomas Günther betonte, dass die Errichtung des Netzpufferspeichers „ein weiterer Mosaikstein in einem Bild ist, das die Energiewende auf kommunaler Ebene darstellt.“ Die schrittweise Umstellung der städtischen Fernwärmeversorgung auf erneuerbare Energieträger folge einer klaren Strategie: „Mit dem Projekt ‚Wärmedrehscheibe‘ sind wir prinzipiell schon heute in die Lage versetzt, bis zu 80 Prozent klimaneutral erzeugte Fernwärme bereitzustellen, was im bundesweiten Vergleich einen beispielgebenden Wert darstellt“, sagte Günther.


Hintergrundinformationen zum Projekt WindNODE
In WindNODE wird identifiziert, wie und wo technische Lastverschiebungspotenziale sowie Potenziale der Sektorkopplung in Nordostdeutschland gefunden werden können, um als Flexibilitäten im Energie-system zur Verfügung zu stehen. Der besondere Fokus liegt auf industriellen und gewerblichen Flexibili-täten sowie auf Flexibilitäten in Quartieren und im Mobilitätssektor. Neben der technischen Anbindung spielt insbesondere auch das strukturierte Vorgehen zur Herstellung der Teilnahmebereitschaft bei den zuständigen Anlagenbetreibern in den jeweiligen Sektoren eine Rolle.

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