MF3A6948Anlässlich ihres 30-jährigen Gründungsjubiläums lud die Stadtwerke Hennigsdorf GmbH am Samstag, 12. September 2020, zum Infotag zur klimaneutralen Fernwärmeversorgung ein. Begleitet von einem informativen Programm konnten – unter Beachtung der coronabedingten Hygienevorschriften – drei der insgesamt sieben Erzeugerstandorte, die wesentlich zur CO2-Reduzierung bei der Wärmeproduktion beitragen, besichtigt werden. Geschäftsführer Thomas Bethke erklärte im Rahmen der Veranstaltung, dass „die Stadtwerke der Tradition der Hennigsdorfer Fernwärmeversorgung mit innovativen Konzepten und neuem Input folgen und dabei bereits wesentliche Etappenziele auf dem Weg zur klimaneutralen Fernwärmeversorgung erreicht haben“.

Ihre Türen öffneten unter anderem Leitwarte und Kesselhaus des neu errichteten Heizwerkes Nord II, das seit Ende 2019 industrielle Abwärme nutzt, sowie das Heizwerk Zentrum, wo über 106 Stufen der 18 Meter hohe neue Netzpufferspeicher erklommen werden konnte. Im Biomasse-Heizkraftwerk gab es bei zwei Führungen spannende Einblicke in die Holzhackschnitzelverwertung. Hier standen auch Bürgermeister Thomas Günther und Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bethke den Besuchern Rede und Antwort zum Gestern, Heute und Morgen der Hennigsdorfer Fernwärmeversorgung. „Klimaschutz zum Anfassen – das kommunale Unternehmen zeigt, wie es sich dem Ziel, die Hennigsdorfer Fernwärme klimaneutral zu erzeugen, immer weiter nähert“, betonte Thomas Günther in diesem Zusammenhang. Fernwärme gibt es in Hennigsdorf seit fast 60 Jahren – bis zur Wende auf Basis von Rohbraunkohle, dann abgelöst durch die deutlich saubere und effizientere Anthrazitsteinkohle sowie sukzessive auch durch Öl und Erdgas. Heute engagieren sich die Stadtwerke dafür, Fernwärme durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und regenerativer Energie klimaneutral zu erzeugen. Das gelingt bereits zu 80 Prozent, wie in einem Ende August durchgeführten Funktionstest zur Abwärmenutzung vom wissenschaftlichen Forschungspartner Solites bestätigt werden konnte.
Zur Erinnerung: 2006 hatten sich die Hennigsdorfer Stadtverordneten klar dafür ausgesprochen, Fernwärme nicht länger konventionell, sondern auf regenerativer Basis zu erzeugen. Mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe und im Rahmen ihres zukunftsweisenden Projektes „Wärmedrehscheibe“ legten die Stadtwerke dafür bis heute wichtige Grundlagen..Der erste Schritt zur regenerativen Wärmeerzeugung in Hennigsdorf wurde 2006 mit der Gründung der KPG Kraftwerks- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH als Tochter der Stadtwerke vollzogen, die für die Projektierung und Errichtung des Biomasse-Heizkraftwerkes und des Bioerdgas-Blockheizkraftwerkes verantwortlich zeichnete und heute deren Betreiber ist. Damit konnten bereits 2015 rund 54 Prozent der in Hennigsdorf benötigten Fernwärme CO2-neutral erzeugt werden.

Seit Ende 2019 wird zudem industrielle Abwärme aus dem hiesigen Elektrostahlwerk genutzt. Der 2020 fertiggestellte 1.000 Kubikmeter Wasser fassende Netzpufferspeicher am Heizwerk Zentrum gleicht Spitzen aus, schont Anlagen und Umwelt. Mit dem für 2021 geplanten Bau eines deutlich größeren Multifunktionsspeichers am Heizwerk Nord II verfügen alle Standorte über die Möglichkeit, warmes Wasser zwischenzuspeichern.

Künftig wird – neben der Nutzung von Solarthermie und regenerativem Überschuss-Strom zur Wärmeerzeugung – auch das intelligent steuerbare Netz dazu beitragen, die nachhaltigen Klimaschutzziele zu erreichen. „Im 30. Jahr ihres Bestehens präsentieren sich die Stadtwerke also nicht nur als zuverlässiger Fernwärmeversorger, sondern zugleich als umweltbewusstes, in die Zukunft blickendes Unternehmen“, unterstreicht Thomas Bethke.