1000x800 hwb swhBei einem Vor-Ort-Termin gaben Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bethke und Holger Schaffranke, Geschäftsführer der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), jetzt den bevorstehenden Abschluss der Erneuerungsarbeiten der solarthermischen Anlage im Cohnschen Viertel bekannt.

Im Zeitraum von Juni 2019 bis September 2020 sind auf fünf Hausdächern der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft mbH (HWB) die bereits 2001 in Betrieb genommenen und inzwischen technisch völlig verschlissenen Solarkollektoren demontiert und Kollektoren der neuesten Generation installiert worden. Die Ersatzinvestition der Stadtwerke stellt sicher, dass die hier gewonnene regenerative Energie von bis zu 400.000 Kilowattstunden pro Jahr und die damit erzielten CO2-Einsparungen von bis zu 90 Tonnen jährlich auch weiterhin stabil gewährleistet werden können.

Mit den neuen, effizient arbeitenden Kollektoren versorgt die Anlage auf insgesamt weniger Dachfläche anteilig 1.200 Haushalte im Cohnschen Viertel mit solarunterstützter Wärme für Raumwärme und Warmwasserbereitung. Zugleich hat sich die Lebenserwartung der Kollektoren deutlich erhöht. „Damit setzten wir im Cohnschen Viertel ein deutliches klimapolitisches Zeichen“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bethke. Investiert haben die Stadtwerke hier 450.000 Euro.

Notwendig wurde die Erneuerung auch, weil unter anderem die Holzrahmen der Kollektoren durch Wind und Wetter morsch und Dichtungsbänder spröde geworden waren und sich Abdeckleisten zum Teil lösten. Die Tatsache, dass die damaligen Kollektoren dachhautersetzend eingebaut waren, hatte zudem immer wieder zu Feuchtigkeitsschäden in den darunterliegenden Wohnungen geführt.

Um diese baulichen Schwachstellen an den Dächern nachhaltig zu beseitigen, haben Stadtwerke und HWB sich für eine Trennung von Kollektoren und Dachhaut entschieden. Die neuen Aufdachkollektoren wurden mithilfe eines speziellen Befestigungssystems einige Zentimeter über dem Dach montiert und die Dachfläche darunter mit Zinkblech eingedeckt. „Eindringende Feuchtigkeit sollte jetzt kein Thema mehr sein“, erklärt HWB-Geschäftsführer Holger Schaffranke. Die bisher als Balkonüberdachung dienenden Kollektoren wurden ebenfalls demontiert und durch ein Dach aus Zinkblech ersetzt. Insgesamt wird die HWB für die Erneuerung der fünf Solardächer über 500.000 € aus ihrem Instandhaltungsbudget investieren.

Die Solaranlage im Cohnschen Viertel markierte vor 20 Jahren den Einstieg in eine klimaneutrale Wärmeversorgung. „Heute sind wir schon wesentlich weiter“, erklärt Holger Schaffranke. „Der hohe Anteil regenerativer Energieträger an der Fernwärme verbessert die CO2-Bilanz unseres Wohnungsbestandes deutlich. Das ist eine gute Basis, um Quartier für Quartier die verbleibenden 20 Prozent der Dekarbonisierung zu heben. Das schaffen wir nur kooperativ im lokalen Verbund.“

Den Auftrag zur Lieferung und Montage der Solarkollektoren hatte nach öffentlicher Ausschreibung die Firma Wagner Solar GmbH erhalten, die seit über 30 Jahren im Bereich Solartechnik tätig ist. Die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik wurde von der brandenburgischen Firma IAT Rudolphi & Rau GmbH errichtet, einem erfahrenen Automatisierer in den Bereichen Industrie, Energie, Umwelt, Wasser und Abwasser. Die Stadtwerke Hennigsdorf GmbH hat in Eigenleistung Rohrleitungen in den Dachböden erneuert und die Solarwärmetauscherstationen ertüchtigt. Zudem bekam die Gesamtanlage eine komplett neue Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Sämtliche Arbeiten erfolgten im bewohnten Zustand unter größtmöglicher Rücksichtnahme.

Als Bestandteil des Multiprojektes „Wärmedrehscheibe“ ist die neue solarthermische Anlage ein weiterer erfolgreicher Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Fernwärmeversorgung in Hennigsdorf. „Fast 70 Prozent der Energiekosten eines Haushaltes entfallen auf Heizung und warmes Wasser unterstreicht Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bethke. „Und das in Zeiten, in denen der weiteren Erderwärmung dringend durch eine drastische Senkung schädlicher Emissionen Einhalt geboten werden muss! Hier setzen wir mit unserer Strategie zur Dekarbonisierung der Fernwärme an.“

Das Stadtwerkeprojekt „Wärmedrehscheibe“ unter Federführung der Kraftwerks- und Projektentwicklungsgesellschaft Hennigsdorf mbH & Co. KG (KPG) verfolgt das Ziel, eine umweltschonende und zukunftssichere Fernwärmeversorgung in Hennigsdorf sicherzustellen. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Foto: Jörn Pestlin